Geschichte Barweiler

 

        

Höhe 470m ü. NN

Barweiler wird schon in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Lothar I. im Jahre 855 als "Brunvilare" erwähnt.

943 erscheint der Ort in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Rotbert als "Barwilra".

Die Entstehung Barweilers ist, wie viele Funde bestätigen, schon wesentlich früher erfolgt: Bei Rodungsarbeiten wurden 1930 mehr als 20 Hügelgräber und etliche Brandgräber entdeckt, die auf eine Zeit von 500 v.Chr. - Christ Geburt hinwiesen. Zudem entdeckte man beim Bau der B 258 im Jahre 1937 Fundamente eines gallo-römischen Umgangstempels, der in das 2. Jh. n. Chr. datiert werden kann. Wiederum bei Bauarbeiten im Dorf selbst sind 1954 zahlreiche Funde ausgegraben worden, u.a. ein römischer Brunnen und ein ganzes Gräberfeld mit Steinkistengräbern (Friedhof) aus dem 1 Jh. nach Christus. Die Herkunft des Namen Barweiler wird verschiedentlich auf das althochdeutsche Dorf "baro" = kahl, bloß, öde zurückgeführt. Richtiger scheint aber die Abteilung aus "baro" = Heiligtum, Opferstätte, da ja auch für Barweiler diese vorchristliche Kultstätte nachgewiesen ist. (s.o.!).

Viele weitere urkundliche Belege weisen auf Barweiler hin: 1140 bestätigt Papst Innozenz II. der Trierer Abtei St. Maximin die Besitzung "Barwilra" mit der Kirche; 1153 erscheint in einer Urkunde des Abtes "Siger von Trier" der Zehnte von "Barwilre" und 1216 wird in einer Urkunde des Grafen Gerhard von Are/Nürburg ein "Baldewin von Barwilre" genannt. Eine nicht unbedeutende Rolle fiel der Vogtei Barweiler vom 11. bis weit ins 18. Jahrhundert zu. Der Vogt übte in alter Zeit für Klöster und Kirchen die diesen zustehende Gerichtsbarkeit aus und vertrat sie auch in weltlichen Angelegenheiten nach außen. Die Vogtei Barweiler erstreckte sich auf die Ortschaften Barweiler, Bauler, Hoffeld, Kirmutscheid, Müsch, Pomster und Wiesemscheid. Barweiler besaß wahrscheinlich schon im Jahre 970 eine Kapelle, 1466 wird ein Pfarrer Emmerich von Barweiler genannt. 1601 soll Barweiler, bisher immer zu Pfarrei Üxheim gehörend, selbständige Pfarrei gewesen sein. Die heutige Pfarrkirche wurde in den Jahren 1825/26 erbaut und zuletzt 1992/93 restauriert. In den 1960er Jahren war sie ebenfalls renoviert und erweitert worden. Dieser Erweiterungsbau war notwendig, weil immer größere Pilgerströme zu dem bedeutenden Marienwallfahrtsort kamen. Die Muttergottesverehrung geht zurück auf das Jahr 1726, auf die wunderbare Begebenheit der "blühenden Lilie". Auch heute noch kommen jährlich an den Wochenenden nach Mariä Geburt (8.Sept.) zahlreiche Pilger in die Barweiler Wallfahrtskirche. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt für Barweiler:

1823 - 357 Einwohner

1846 - 400 E.

1871 - 388 E.

1905 - 337 E.

1950 - 403 E.

2000 - 496 E.

Wappen

In einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Rotbert wird Barweiler im Jahre 945 als "Barwilra" angeführt. Darin werden die Grenzen der alten Mutterpfarrei Nachtsheim beschrieben. Es heißt, da zum Grenzabschnitt Hochkelberg-Nürurg: "ad viam de Barwilra venientem" - bis zum Weg, der von Barweiler kommt. Das Wappen der Trierer Kurfürsten: Rotes Kreuz in Silber.

Bis zum Jahre 1290 gehörte Barweiler zur Grafschaft Nürburg. Danach übten Kölner Erzbischöfe die Oberherrschaft über Barweiler aus, da im kurkölnischem Amte Nürburg Sitz eines Schultheißen war. Wappen der Nürburger - silberner Löwe in Rot (silberne Schindeln).

Eine nicht unbedeutende Rolle fiel der Vogtei Barweiler vom 11. bis weit ins 18. Jahrhundert zu. Der Vogt übte in alter Zeit für Klöster und Kirchen die diesen zustehende Gerichtsbarkeit aus und vertrat sie auch in weltlichen Angelegenheiten nach außen. Die Vogtei Barweiler erstreckte sich in den späteren Jahrhunderten auf die Ortschaften Wiesemscheid, Bauler, Pomster, Kirmutscheid, Hoffeld, Müsch und Barweiler. Es spricht vieles dafür, dass in früher Zeit die Vogtei Barweiler auch die Grundherrschaften der Abtei Maximin in Üxheim und Reifferscheid umfasste. An die Vogtei in Barweiler erinnert noch heute das unter Denkmalschutz stehende Haus "Zur Alten Vogtei", das sich im Besitz der Familie Hüllen befindet. Im Rahmen der Eingangstür erinnert eine goldene Glocke an die ehemalige Bedeutung dieser Vogtei und aus diesem Grunde wird eine goldene Glocke in das Wappen aufgenommen.

Eine Kapelle bestand bereits 970 in Barweiler, die auch im "Liber valoris" vom Anfang des 14. Jahrhunderts erscheint. Sie wurde vor 1466 Pfarrkirche. Barweiler ist nach dem Jahre 1726 ein Marienwallfahrtsort. Nach Aufzeichnungen im Pfarrarchiv hatte man beim Schmücken der Muttergottesstatue der Muttergottes eine lebende Lilie in die Hand gegeben, diese Lilie verdorrte. Mitte September 1726 fing sie jedoch an zu grünen und zu blühen. Man sah "bald eine große Lilie und 15 kleine Knospen den Stängel herunter". Diese wunderbare Begebenheit wiederholte sich im nächsten Jahr um dieselbe Zeit. Es setzte eine große Verehrung des Gnadenbildes ein. Gefördert wurde diese durch die Errichtung der Erzbruderschaft vom hl. Rosenkranze. Barweiler wurde ein bekannter Marienwallfahrtsort in der Eifel, der seine Anziehung bis heute nicht verloren hat. Attribut der Muttergottes - stlilisierte Lilie.